Österreichs Justiz

"Franz Grillparzer, Franz Kafka, Robert Musil, Karl Kraus, Thomas Bernhard ua zu berichten gewußt, ein Bundespräsident ein treffliches Wort geprägt, ein Dr. Walther Rode vor vielen Jahren mehrere Bücher verfasst, die aktueller denn je, und Augustinus Aurelius in "De civitate Dei" geschrieben"...

Franz Grillparzer, sein Vater war Advokat:

"Von allen Worte, die die Sprache nennt, ist am verhaßtesten mir das vom Recht, denn Recht ist nur der ausgeschmückte Name, für alles Unrecht, das die Erde trägt."

Franz Kafka, der im ungeliebten Beruf als Jurist recht erfolgreich war, hat die Abgründe des Rechtswesen im Roman "Der Process" sehr eindringlich dargestellt. Kafka hat ua das Wort geprägt: "Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht."

Robert Musil, war als Journalist, wenn auch widerwillig, tätig: "Alles ist moralisch, nur die Moral nicht."

Karl Kraus, hat in unübertrefflicher Art und Weise die Unantastbarkeit des Richters anzuprangern gewußt, als er über Johann Feigl, Hofrat und Vizepräsident des Wiener Landesgerichts, schrieb: ,

,Wenn Herr Feigl einst sein tatenreiches Leben endet, das etwa zehntausend Jahre, die andere im Kerker verbrachten, umfasst hat, so mag sich ihm in schwerer Stunde, vor der Entscheidung einer höheren Instanz, die Beichte seiner schwersten Sünde entringen: 'Ich habe mein ganzes Leben hindurch das österreichische Strafgesetz angewendet!'

Thomas Bernhard, war als kritischer Gerichtsreporter tätig, und erregte durch seine Worte anlässlich einer Staatspreis-Verleihung riesiges Aufsehen:

"Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein solches, das ununterbrochen zur Infamie und zur Geistesschwäche verurteilt ist. "

Karl Renner, Jurist, von Dezember 1945 bis zu seinem Tod 1950 erster Bundespräsident der Zweiten Republik: "Es liebt das Unrecht, sich im Ornat des Rechts zu kleiden."

Walther Rode, Rechtsanwalt, Verteidiger in aufsehenerregenden politischen Prozessen.

Seine Justizerfahrungen machen bald einen erbitterten Gegner verknöcherten Beamtentums und menschenverachtender Justiz aus ihm. Erster Konflikt mit dem „Obersten Gerichtshof“, dem er „bewußte Gesetzesverletzung, Rechtshohn und Willkür“ vorwirft. Die Disziplinar-richter sprechen ihn frei. Im Jahr 1925 neuerlicher Konflikt mit dem Obersten Gerichtshof, den er in einem Zeitungsartikel wegen der Bestätigung eines Fehlurteils in einem Mord-prozess scharf geißelt. Als Beleidiger des Obersten Gerichtshofes vor ein Geschworenen-gericht gestellt, verteidigt er sich glänzend und wird neuerlich freigesprochen. Eine bittere Satire gegen das Beamtentum führt zum Boykott seiner Anwaltskanzlei durch die empörte Beamtenschaft. 1928 gibt er die Advokatur auf und geht in die Schweiz. Er gibt Bücher mit der Quintessenz seiner Justizerfahrungen („Justiz“) heraus. Sein „Lesebuch für Angeklagte“ wird im österreichischen Ständestaat 1937 als „staatsgefährdend" verboten.

Marie von Ebner-Eschenbach:

"Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht."

"In der Jugend meinen wir, das Geringste, das die Menschen uns gewähren können, sei Gerechtigkeit. Im Alter erfahren wir, daß es das Höchste ist."

Platon: "Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit."

Mark Twain: "Es geht ungerecht zu auf der Welt: Ein Schurke darf sich jede Anständigkeit herausnehmen, ein anständiger Mensch aber nicht die kleinste Schurkerei." Ambrose Bierce: "Gerichtsprozess: Eine Maschinerie, die man als Schwein betritt und als Wurst verlässt."