Eine mutige Anwältin, Ungarn und der Österreichische Presserat

Die ungemein engagierte Wiener Rechtsanwältin Dr. Eva Maria Barki ( im Bild bei einer Demo vor der rumänischen Botschaft) informiert über ihr Bemühen, den Österreichischen Presserat zu veranlassen Maßnahmen zu ergreifen wegen eines ungemein tendenziösen Weekend-Magazin-Artikels :

 

Sehr geehrte Damen und Herren!    Liebe Freunde Ungarns!

Am 14.6.2016 habe ich Ihnen von dem Weekend-Magazin-Artikel „Gut gegen Böse“ und meiner Meldung an den Österreichischen Presserat berichtet (In der Anlage nochmals zur Erinnerung).

Das Weekend-Magazin hat sich daraufhin bei der ungarischen Bevölkerung entschuldigt und die Kritik an der Sportpolitik von Viktor Orban betont (siehe Anhang).

Der Senat 1 des Österreichischen Presserates unter dem Vorsitz des ehemaligen Richters des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg hat nunmehr die Einleitung eines Verfahrens gegen das Weekend-Magazin Wien abgelehnt, die Begründung finden Sie in dem beiliegenden mir nunmehr zugestellten Schreiben vom 12.7.2016, aus welchem ersichtlich ist, dass offenbar mehrere Personen meinem Aufruf gefolgt sind und Beschwerdebriefe an den Presserat gerichtet haben.

Der Presserat begründet die Ablehnung damit, dass politische Kritik an Ministerpräsident Orban zulässig ist und übersieht, dass in meinem Schreiben an den Presserat die Kritik an Ministerpräsident Orban ausdrücklich im Sinne der Pressefreiheit, die Politiker auch ungerechtfertigter und beleidigender Kritik aussetzt, ausdrücklich ausgenommen wird.

Zum tatsächlichen Inhalt der Beschwerde, nämlich Instrumentalisierung der Fußball Europameisterschaft für politische Zwecke, indem das Ausscheidungsmatch zwischen Österreich und Ungarn als „mehr als ein Spiel“, nämlich „Gut gegen Böse“ dargestellt und der österreichische Bundeskanzler mit den Nationalfarben Rot-Weiß-Rot als Gut und der ungarische Ministerpräsident mit den Nationalfarben Rot-Weiß-Grün als Böse bezeichnet wird, geht der Presserat inhaltlich nicht ein.

Er vermeint lediglich, dass es „unglücklich gewählt sein mag, den orbankritischen Artikel am EM-Fußballspiel Österreich -  Ungarn „aufzuhängen“, wobei eine „sensiblere und weniger plakative Herangehensweise möglich gewesen wäre.“

Gerade durch diese plakative Aufmachung sollte jedoch Einfluss auf die öffentliche Meinung ausgeübt werden. Der Österreichische Presserat vermochte dies offenbar nicht zu erkennen, oder wagte es nicht auszusprechen, dass Ungarn  eben dadurch als das Böse und damit eine ganze Nation beleidigt und verunglimpft wurde. Der Presserat hat damit politische Stimmungmache in Medien, noch dazu unter Missbrauch des Sports, sanktioniert.

Die Entscheidung ist zweifellos kein Ruhmesblatt des Österreichischen Presserates und verstärkt das Bild der österreichischen Medien, deren Großteil genau jenen politischen Einfluss durch politische Instrumentalisierung praktiziert, welcher Ungarn vorgeworfen wird.

Es wäre zu empfehlen, sich mit dem ungarischen Mediengesetz und der ungarischen Medienlandschaft sowie dem hohen journalistischen Standard in Ungarn zu befassen: Es sollte ein Vorbild sein.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Eva Maria Barki



>> Beschwerdebrief von Dr. Barki an den Österreichischen Presserat



>> Antwortschreiben des Österreichischen Presserates



>> Reaktion der Weekend-Magazin-Redaktion



 

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