Für schwedische Politikerin sind Djihadisten gleichzusetzen mit Hebammen, die gegen Abtreibung sind.

„Djihadisten mit Abtreibungsgegnern gleichgesetzt“ - unter dieser Überschrift berichtet die schwedische Zeitung "Varlenidag" am 09.02.2015 über Aussagen der "nationalen Koordinatorin gegen gewalttätigen Extremismus" beim schwedischen Justizministerium, Mona Sahlin, im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Religion und Demokratie.

Da Frau Sahlin – wie gesagt – nationale Koordinatorin gegen gewalttätigen Extremismus ist, könnte man dieser Überschrift nach meinen, sie habe über radikale, gewalttätige Menschen gesprochen. Genau das hat Frau Sahlin, die immerhin in Schweden stellvertretende Premierministerin und langjährige Vorsitzende der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens war, aber nicht getan. Vielmehr bezog sich ihre Äußerung ganz konkret auf die schwedische Hebamme Ellinor Grimmark, die sich unter Berufung auf ihr Gewissen weigert, an Abtreibungen mitzuwirken.



Einige Hintergründe:
In der Resolution 1763 hat die parlamentarische Versammlung des Europarates festgelegt, dass im medizinischen Dienst niemand gegen die Entscheidung seines Gewissens gezwungen werden darf, u.a. an Abtreibungen mitzuwirken. Weiter wurde festgelegt, dass niemand für diese Weigerung aus Gewissensgründen diskriminiert werden darf.
Der schwedische Staat verweigert den im schwedischen Gesundheitssystem beschäftigten Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen das Grundrecht der Verweigerung aus Gewissensgründen.
Schweden tritt in der EU massiv für die Rücknahme der Resolution 1763 ein (Parlamentsbeschluß von 2011).
Beim Europäischen Ausschuß für soziale Rechte hat die FAFCE (Föderation der katholischen Familienverbände in Europa) 2013 eine Beschwerde gegen Schweden eingereicht, die sich gegen die schwedische Nichtanerkennung der Gewissensfreiheit richtet.

Es ist in Schweden in manchen Fällen offensichtlich nicht besonders populär, sich auf international gültige Grundrechte zu berufen. Dies hat Frau Sahlin bekräftigt, als sie über Ellinor Grimmark wörtlich sagte, diese sei eine „extreme religiöse Praktikerin, in ähnlicher Weise wie die Menschen, die für den Islamischen Staat "kämpfen ...“.

Es ist erschreckend, dass Frau Sahlin das Handeln von Menschen, die sich für das Leben einsetzen und die Mitwirkung an der Tötung wehrloser ungeborener Kinder verweigern - weil sie auf ihr Gewissen hören - mit den Taten der Kämpfer des "Islamischen Staates", die in teils äußerst barbarischer Weise Menschen töten, auf eine Stufe stellt.