Umstrittene Wiener Straßennamen

Peter Autengruber, Birgit Nemec, Oliver Rathkolb und Florian Wenninger

Umstrittene Wiener Straßennamen

Ein kritisches Lesebuch

Von den 6.600 Straßen, Gassen und Plätzen sowie 300 Parks in Wien sind rund zwei Drittel bekannten Persönlichkeiten gewidmet. Doch halten die Geehrten auch nach heutigen demokratischen Werthaltungen einer Ehrung stand? Als Ergebnis der umfangreichen Recherchen der politisierenden Autoren werden jene Personen vorgestellt, deren Ehrung einer eingehenden Diskussion bedarf. Dabei geht es nicht um die Auslöschung von Geschichte, sondern um die Darstellung von Licht-und Schattenseiten geehrter Persönlichkeiten die z. B. durch Zusatzinformationen verdeutlicht oder aber im Einzelfall tatsächlich durch eine Umbenennungalso doch Auslöschung der Geschichte –  gelöst werden soll.

 

2014 Pichler-Verlag in der Styria Gruppe, ISBN: 978-3-85431-669-5, Format: 24x 17cm, 288 Seiten, teilweise bebildert,  Einband: Hardcover mit Schutzumschlag, Preis: € 24,99

Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

Lobkowitzplatz 1, 1010 Wien, Tel: +43 (0)1 512 8808-0, Fax: +43 (0)1 512 8808-75

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Bekannte Namen wie Bürgermeister Karl Lueger, Kardinal Theodor Innitzer, Bundespräsident Karl Renner, Bundeskanzler Ignaz Seipel, Stardirigent Herbert von Karajan, die Schauspielerin Paula Wessely oder die Radlegende Franz Dusika werden ebenso behandelt wie heute weniger bekannte Persönlichkeiten.

Für die Österreicher mit sudetendeutschen Wurzeln wollen wir Auffälliges in den Vordergrund stellen:

Da gab es von 1938 bis 1945 im 9. Bezirk den Platz der Sudetendeutschen – immerhin fährt ja die nahe Franz-Josefs Bahn nach Böhmen. 1945 bis 1949 wurde der Platz wieder auf den schon von 1873  - 1938 Althanplatz heißenden Namen zurückbenannt, um dann 1949 auf Julius-Tandler-Platz umgenannt zu werden. Tandler wurde am 16.2.1869 in Iglau/Mähren geboren und starb am 25.8.1936 in Moskau. Er war Anatom-und Sozialpolitiker. Der Sozialdemokrat wird wegen seiner „rabiat-eugenischen Rhetorik“ getadelt.

Wir glauben, dass es nach der Vertreibung 1945/46 – wo über 180.000 Altösterreicher deutscher Muttersprache in Österreich eine 2.Heimat fanden und Österreich mit aufgebaut haben – wieder einen Platz der Sudetendeutschen in Wien verdient hätten.

Über alle Parteigrenzen hinweg wäre dazu der Wiener Gemeinderat aufgerufen!

Es muß ja nicht der Julius Tandler-Platz sein!

Das Ganze erinnert uns zu sehr an „1984“ von George Orwell´s Überwachungsstaat!

 

Die Autoren:

Peter Autengruber, geb. 1958, Mag. phil., Dr. phil., Historiker, Verlagsangestellter, Lehrbeauftragter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien; Publikationen, u. a. „Lexikon der Wiener Straßennamen“ und „Lexikon der Wiener Gemeindebauten“ (mit Ursula Schwarz).

Birgit Nemec, geb. 1983, Mag. phil., Historikerin und Kulturwissenschaftlerin. Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin, Fellow im Doktoratsprogramm „The sciences in historical, cultural and philosophical contexts“ der Universität Wien.

Oliver Rathkolb, geb. 1955, Dr. iur., Dr. phil., Univ.-Prof. am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien; Sprecher des Initiativkollegs „Europäische Historische Diktatur-und Transformationsforschung“ der Universität Wien und Mitglied des wissenschaftlichen  Beirats für das „Haus der Europäischen Geschichte“ beim Europäischen Parlament.

Florian Wenninger, geb. 1978, Historiker und Politikwissenschaftler, wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien; Koordinator eines  Forschungsprojekts zur austrofaschistischen Repressionspolitik.

 

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