Unerträgliche Berichterstattung, sonderbare Ermittlungen, etwas eigenartige Verhandlung und ein unverständliches Urteil


Am Straflandesgericht Wiener Neustadt wurde letzten Freitag (17. 11. 2017) ein  bedauernswertes Ereignis im Rahmen des am 28. Februar 2017 stattgefundenen Zillingdorfer Faschingsumzug gerichtlich abgehandelt.

Der von Dr. Bettina Koller als Einzelrichterin geleiteten Verhandlung war eine schier uner-trägliche mediale Vorverurteilung vorausgegangen >
https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/blutiger-eklat-bei-faschings...


Die Berichterstattung über den Prozess war von gleicher "Qualität"  >
https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/schaedelbruch-bei-faschingsu...


Verhandlung
Zum Prozessgeschehen am 17.11. 2017 kann angemerkt werden, dass man anfangs der siebenstündigen Verhandlung durchaus der Meinung sein konnte, Richterin Bettina Koller bemühe sich den Eindruck zu erwecken, sie werde ihren richterlichen Pflichten entsprechen.


Mit Fortdauer der Verhandlung konnte man - meines Erachtens - guten Gewissens nicht mehr diese Meinung vertreten, wobei der Vorwurf völlig unberechtigt wäre, Richterin Koller habe  die Grundsätze eines rechtsstaatlichen Verfahrens wissentlich und willentlich negiert.


Hingegen erscheint die Annahme nicht unbegründet, Richterin Koller habe diese Gründsätze  (noch nicht) in einem solchem Maße verinnerlicht, wie es erstrebens- und wünschenswert bzw. auch dem schwer angeschlagenen Ruf der österreichischen Justiz* förderlich wäre.


* siehe - unter anderem - Wahrnehmungsbericht 2016-2017 des Rechtsanwaltskammertag   (ÖRAK) und "Der geplünderte Staat und seine Profiteure" von Ashwien Sankholkar, Residenz-Verlag.

Um die schier unfassbare,  mit dem Ehrenkodex für die österreichische Presse  (Grundsätze für die publizistische Arbeit) nicht  im Einklang zu bringende "Berichterstattung" ua eines Herrn Wammerl (Kurier) zum bedauerlichen Vorfall beim Zillingdorfer Faschingsumzug 2017 irgendwie zu verstehen, sollte man sich an "Kampagnen" bei der Nationalratswahl  2017 erinnern, sowie im Auge behalten:


Das bedauernswerte Opfer ist beheimatet in der Gemeinde Lichtenwörth, deren Gemeinde-vertreter zu 90% der SPÖ angehören.


Der medial vorverurteilte und in Folge nach einer mE mehr als nur bedenklichen Verhand-lung tatsächlich verurteilte "Täter" wohnt in Zillingdorf, dessen Gemeindevertreter fast zur Gänze der (ÖVP-nahen) Liste "Zillingdorf zuerst" angehören.

Dass weder das Opfer, noch einer der mehr als zwei Dutzend Zeugen den "Täter" als solchen angaben bzw. angeben konnten, zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die "Qualität" der anscheinend politisch motivierten Berichterstattung in der "Zillingdorfer Causa".

Wie auch die Behauptung eines angeblichen "Videobeweises" - milde beurteilt - ein in manipulativer Absicht vorgebrachter Unsinn ist:

Für den als Tat-Hergang bezeichnenden Vorfall bzw. hinsichtlich des "Täters" wurde bei der Verhandlung kein Videobeweis erbracht, sondern den Verfahrensbeteiligten - nicht jedoch den Zuhörern im Verhandlungssaal - ein Video gezeigt, auf dem eine Menge Leute zu sehen waren, die dem Faschingsumzug als Zuseher beigewohnt ...

Bezüglich dieser unerträglichen "Berichterstattung" des Herrn Wammerl (Kurier) ergeht eine Beschwerde an den Österreichischen Presserat !

Dieser Bericht ist in Arbeit und wird laufend ergänzt.