Ausstellungseröffnung im Bezirksamt Simmering

„Zeitenwende 1914 - 1934 - 1954 - 1994“

 

      

 

Am 25. November 2014 wurde die Ausstellung „Zeitenwende“ im vollen Festsaal – über 120 Besucher – des Simmeringer Amtshauses eröffnet.

Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt und Museumsleiterin Mag. Petra Leban konnte Bezirksvorsteherin a.D. Renate Angerer (SPÖ), BV-Stell. Paul Stadler (FPÖ), NR-Abg. Harald Stefan (FPÖ), LAbg.a.D. Volkmar Harwanegg (SPÖ) und die Mitwirkenden Walter Farthofer, Johannes Hradecky, Käthe Baumann (Schwabenverein), Robert Kudlicska (Karpatendeutsche), LAbg.a.D. Gerhard Zeihsel (Sudetendeutsche) und den Sudetendeutschen Volkstanzkreis unter Klaus Seidler, begrüßen.

Als Überraschung kam dann noch ein „Rittmeister“ des K.u.K.Dragonerregiments Nikolaus Graf Pejacsevich in voller Montur.


Danach stellte Mag. Johannes Hradecky die Ausstellungskonzeption vor:

„Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Jahr 1914 und die weiteren „Wendejahre“ 1934, 1954 und 1994 mit ihren Auswirkungen auf die Geschichte des Bezirkes Simmering.
Der 1914 begonnene Erste Weltkrieg führte 1918 zum Ende der „Alten Ordnung“ in Europa.

Die von den Siegermächten ohne Rücksicht auf die ethnische Verteilung von Volksgruppen und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Staaten neu gestalteten Landkarten Europas sowie des Nahen und Mittleren Ostens bildeten den Nährboden für zukünftige, teilweise bis heute andauernde Konflikte.

Nach einem kurzen Überblick über „URSACHEN, VERLAUF UND FOLGEN DES ERSTEN WELKRIEGS“ erinnert die von der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich zur Verfügung gestellte Ausstellung „DAS SUDETENLAND IM ÜBERBLICK“ an die Heimat der Vorfahren zahlreicher „echter“ Wiener und damit auch Simmeringer. Das mehr als 800 Jahre währende Zusammenleben von Böhmen, Mährern und Deutschen in einem gemeinsamen Staat endete als Spätfolge des Ersten Weltkriegs 1945 mit einer der größten Flüchtlingstragödien der Geschichte.

Katastrophale Auswirkungen hatte der Erste Weltkrieg auch für jene Simmeringer, die nicht an der Front kämpfen mussten. Alltagsbilder und Gegenstände aus der Zeit von 1914 bis 1918 sind im Ausstellungsteil „ALLTAG IM ERSTEN WELTKRIEG“ zu sehen.

Das Ende des Ersten Weltkriegs ermöglichte 1918 die Gründung der Republik Deutsch-Österreich. Ihre politische Entwicklung bis zum Bürgerkrieg 1934 und weiter über den autoritären Ständestaat bis zum Anschluss an Deutschland 1938 zeigt die Ausstellung „STRASSENBAHNER IM FEBRUAR 1934“ der Wiener Linien, deren allgemeine sowie Simmering spezifischen Teile übernommen wurden. Fotos, Gegenstände und Pläne aus dem Jahr 1934 mit Simmering-Bezug ergänzen unter dem Titel „SIMMERING 1934“ dieses Thema.

Am 1. September 1954 wurde die 1938 verfügte Eingemeindung von 80 Wiener Umlandgemeinden rechtlich rückgängig gemacht. Damit kam auch der neue Bezirksteil Albern zu Simmering, verwaltungstechnisch allerdings erst am 31. Dezember 1955. Mittels
Fotos, Plänen und Gegenständen erinnert „50 JAHRE ALBERN BEI SIMMERING“ an diese „Osterweiterung“ des 11. Bezirks.

Auf dem von Haidestraße und Lautenschlägergasse begrenzten Grundstück bestand von 1948 bis 1962 ein Flüchtlingslager, in dessen Holzbaracken vor allem aus ihrer Heimat in Jugoslawien vertriebene Donauschwaben untergebracht waren. Die Teilausstellung „DAS LAGER AUF DER HAIDE“ zeigt dank Unterstützung durch den Schwabenverein Wien und der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich bisher unveröffentlichte Fotos vom Lagerleben.

Die nach 1945 aufgebaute europäische Staatengemeinschaft erfuhr durch den Zusammenbruch des Sowjetimperiums in den Jahren ab 1989 eine rasche Erweiterung in Mittel- und Osteuropa und trug damit zur Beseitigung vieler 1914 ausgelöster Konflikte bei. Mit dem positiven Ausgang der Volksabstimmung 1994 über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. Januar 1995 rückten Ostösterreich und damit auch Simmering wieder in das Zentrum Europas. „1994 – ÖSTERREICHS WEG NACH EUROPA“ ist auch der letzte Teil der Ausstellung.

Im Februar 2015 ist geplant, die Ausstellung durch Erinnerungen an das Kriegsende 1945, die Flüchtlingstragödien 1944-1945 und die Entwicklung Europas und Österreichs vom Chaos bei Kriegsende über den Kalten Krieg zur großen europäischen Staatengemeinschaft zu ergänzen.“

Für die Heimatvertriebenen deutschen Altösterreicher gab für die Sudetendeutschen Bundesobmann Gerhard Zeihsel einen erläuternden Geschichtsabriß. Für die Donauschwaben – und als ehemalige Flüchtlingsinsassin auf der Simmeringer Haide – sprach Käthe Baumann als Zeitzeugin über die schwierigen Zeiten ab 1944 in Jugoslawien und von der Flucht nach Österreich. Als Kinder und Jugendliche fanden sie das Leben im Barackenlager fast als romantisch! Noch heute lebt sie zufrieden in Wien-Simmering, ihrer 2.Heimat.

Bezirksvorsteherin Renate Angerer betonte in ihrer Ansprache, dass es bei Krieg immer nur Verlierer gebe und wir die lange Friedensperiode bewahren sollten!

Der Sudetendeutsche Volkstanzkreis umrahmte das Programm in seinen schmucken Trachten mit drei Tanzeinlagen.

Fotos von der Veranstaltung im Festsaal:

https://www.dropbox.com/sh/6t7mlko0shvbtr3/AADGKp_2WQaSm8alx3lXiJKHa?dl=0

 

Jetzt wechselte man hinunter in die Räumlichkeiten des Bezirksmuseums und die verschiedenen Ausstellungs-Teile wurden interessiert bewundert.

Fotos vom Museumsbesuch:

https://www.dropbox.com/sh/1jatil03rog3dt7/AAAW425X5uxGTRAa_fN5gLmGa?dl…


Öffnungszeiten:
Die Ausstellung ist bis 19.4.2015 im Bezirksmuseum Simmering (Enkplatz 2, 1110 Wien) immer Freitag 14-17 Uhr sowie 1. und 3. Sonntag im Monat 10-12.30 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.
Am 26.12.2014 sowie 2.1. und 4.1.2015 bleibt das Bezirksmuseum geschlossen!
 

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