Gespeichert von Nechvatal am Fr., 17.07.2015 - 06:41

Deutsche Ortsnamen – ein Stück Heimat

Für mich sind unsere deutschen Ortsnamen ein Stück sudetendeutscher Heimat, das es zu erhalten und zu verteidigen gilt. Deshalb setze ich mich seit Jahrzehnten bei jeder Gelegenheit dafür ein, daß sie auch verwendet werden. Und deshalb ärgere ich mich sehr, wenn in Deutschland aus falsch verstandener „political correctness“ die tschechischen Ortsnamen verwendet werden – und das oft genug auch noch mit falscher Aussprache.

Internationale Gepflogenheiten

Für die Durchsetzung der deutschen Ortsnamen haben wir ein unwiderlegbares Argument, das wir klar vertreten können: Überall auf der Welt ist es üblich, Ortsnamen in der Sprache zu verwenden, die gerade gesprochen wird. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, welcher Nationalität die Bevölkerungsmehrheit in diesem Ort ist. Niemand stört sich daran, „Mailand“ zu sagen, obwohl die Bewohner überwiegend Italiener sind. Es spricht also überhaupt nichts dagegen, auch „Reichenberg“ zu sagen, obwohl die Bevölkerungsmehrheit dort tschechisch ist.

Vertreibung ist nicht maßgeblich

Die meisten Orte im Sudetenland hatten schon immer deutsche und tschechische Ortsnamen. Und die haben sie auch weiterhin. Die Veränderung der Bevölkerungsmehrheiten durch die Vertreibung hat daran nichts geändert. Darauf sollten wir unbedingt bestehen, weil das den Fortbestand der deutschen Ortsnamen begründet. Jede Unterscheidung der Ortsnamen mit den Worten „jetzt“ oder „früher“ erweckt den gegenteiligen Eindruck und spielt der Gegenseite Argumente zu, die deutschen Namen verschwinden zu lassen.

Deutsche Namen unbekannt?

Bei vielen Interventionen wurde mir von Medien-Vertretern das Argument entgegengebracht, die deutschen Namen seien ja nicht bekannt, deshalb müßten die tschechischen verwendet werden. In vielen Fällen erscheint mir diese Begründung vorgeschoben. Ich glaube nicht, daß „Liberec“ bekannter ist als Reichenberg. Im Gegenteil: das konsequente Verschweigen des deutschen Namens führt ja gerade erst zu dieser Unkenntnis.

Tschechische Vorreiter

Mehr und mehr Tschechen beschäftigen sich mit der deutschen Geschichte des Sudetenlandes. Wenn sie deutsch sprechen, verwenden sie konsequent die deutschen Ortsnamen. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Gerade wir Sudetendeutsche können die Chance nutzen, durch unseren Sprachgebrauch die deutschen Ortsnamen in der deutschen Sprache bekannt zu machen. Mit unserem Vorbild können wir Einfluß auf den allgemeinen Sprachgebrauch nehmen.

Deutsche Ortsnamen sichtbar machen

Im sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen und Brandenburg ist auf jedem Ortsschild von Gemeinden, die früher einmal sorbisch waren, auch der sorbische Ortsname zu lesen. Ist es vermessen, davon zu träumen, daß eines Tages auch im Sudetenland die deutschen Ortsnamen wieder sichtbar werden?

Christoph Lippert Bundesgeschäftsführer der SL

Quelle: Sudetendeutsche Zeitung, München, Folge 26 vom 26. Juni 2015, Seite 5

 

 

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