Heimatvertriebene in Bayern                                                   Gedenken an das Unrecht der Vertreibung

70 Jahre nach dem Beginn der Vertreibung und Flucht von etwa 12 Millionen Deutschen aus ihren Heimatgebieten in Ost- und Südosteuropa haben in München Vertreter von Vertriebenenverbänden, Staatsregierung und Kirchen der Opfer gedacht.

Stand: 13.09.2015

Der Vize-Präsident des Bundes der Vertriebenen, Christian Knauer, erinnerte an die Schrecken von Flucht und Vertreibung - damals wie heute: Die Menschen hätten mit nur 30 Kilogramm Gepäck in kürzester Zeit ihre Heimat verlassen müssen.

"Leider ist das auch heute in vielen Teilen der Welt bittere Realität."

Christian Knauer, Vize-Präsident des Bundes der Vertriebenen

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bezeichnete die Vertreibung der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat im Osten als "ein großes und schweres Unrecht, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Die Heimatvertriebenen hätten sich ihre Identität nicht nehmen lassen und unter schwierigsten Bedingungen zum Aufbau Deutschlands beigetragen. Der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung findet seit 2014 jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt.

Posselt verlangt Verbot von Vertreibung

Bernd Posselt, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, drängt auf ein internationales Verbot von Vertreibungen. Zum Gedenktag forderte er die deutsche und die tschechische Regierung zu einer gemeinsamen Initiative auf. Die beiden Länder sollten sich in der EU und auf Ebene der UN für schwere Sanktionen gegen die Verantwortlichen solcher Gewalttaten einsetzen. Dies wäre "eine zumindest moralische Wiedergutmachung für das Vertreibungsgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg".

Die Weigerung mehrerer osteuropäischer EU-Mitgliedsstaaten, bei der heutigen Vertreibungssituation Solidarität zu zeigen, bezeichnete Posselt als einen "Schlag ins Gesicht sowohl der Opfer von heute als auch ihrer Schicksalsgefährten von vor 70 Jahren". Man könne beide Ereignisse und Gruppen zwar nicht gleichsetzen, doch Leiden bleibe Leiden. Falls die EU nicht zu einer gemeinsamen Lösung komme, sollten Deutschland und Frankreich wenigstens eine möglichst hohe Zahl von europäischen Ländern um sich scharen und mit diesen freiwillig feste Aufnahmequoten verabreden.

Vertreibung ächten

Vor der Veranstaltung sagte Sozialministerin Emilia Müller (CSU): Der Wille der Heimatvertriebenen, "sich für unser Land einzusetzen", verdiene Respekt und Anerkennung. Gemeinsam mit Einheimischen hätten Heimatvertriebene zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen. Der Gedenktag sei auch als Mahnung zu verstehen, Vertreibung zu ächten.

"Vertreibung war, ist und bleibt Unrecht"

Sozialministerin Emilia Müller

 

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