Zum Gedenken an Karl VI., dem Vater von Kaiserin Maria Theresia

Geboren wurde der letzte von zwei Söhnen Leopolds I. und Eleonores von Pfalz-Neuburg am 1. Oktober 1685 in Wien. Karl genoss in seiner Kinder- und Jugendzeit die Erziehung von Jesuiten, aber auch von Fürst Anton Florian von Liechtenstein.

Am 1. August 1708 heiratete er Elisabeth Christine von Braunschweig. Als ihn sein Vater Kaiser Leopold zum spanischen König erheben wollte, weil der Thron nach dem Tod von Karl II. aufgrund seiner Kinderlosigkeit vakant werden würde, entstand im Zuge dessen der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714). Der spanische König hatte nämlich nicht Karl VI. zum Erben bestimmt, sondern Philipp von Anjou.

Erst 1703 sollte Karl VI. spanischer König werden. In einem geheimen Vertrag wurden ihm alle spanischen Besitzungen außer der Lombardei zugesprochen. Die spanische Krone sollte er jedoch 1707 wieder verlieren.

Mit dem Tod seines Bruders Joseph I., dem Kaiser, erhielt Karl VI. auch Österreich, Böhmen, und Ungarn. Am 12. Oktober 1711 wurde er zum römisch-deutschen König gewählt und gekrönt, am 22. Dezember des gleichen Jahres erfolgte in Frankfurt am Main die Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, gleichzeitig war er Herrscher der Habsburgermonarchie.

Karl VI. sollte nach seinem Bruder Joseph I. als barocker Kaiser in die Geschichte eingehen. Vom Charakter her introvertiert und misstrauisch gegenüber seinen Mitmenschen, vertraute er nur wenigen Nahstehenden. Politisch sei seine Regentschaft geprägt gewesen von repressiven Maßnahmen besonders gegen Protestanten und Juden.

Dass seine allgemeine Einstellung eher konservativ geprägt gewesen sei, schreiben Biografen Karl’s Erziehung und Ausbildung durch die Jesuiten zu. Dabei setzte er innenpolitisch vor allem auf Kontinuität. Noch mehr beschäftigte ihn die Sorge um die Zukunft der österreichischen Monarchie, schon während dem Spanischen Erbfolgekrieg und noch zu Lebzeiten seines Bruders Joseph I.

Unter dem Namen Pragmatische Sanktion sollte die Frage der Nachfolge bei Ausbleiben männlicher Nachkommen des Kaisers geregelt werden. Was zunächst wie eine Vorsorgemaßnahme anmutete, wurde mit dem Tod von Karl‘s erstem Sohn Leopold Johann Joseph 1716 ernst. Mit der Annahme des Gesetzes durch die Stände in den Territorien wurde die Thronfolge seiner ältesten Tochter, der späteren Kaiserin Maria Theresia, endgültig abgesichert.

Daneben – wie Martin Mutschlechner schreibt -  sei sein „Kunstmäzenatentum“ besonders hervorzuheben. Karl VI. wandte sich dabei der Architektur, der Wissenschaft und besonders der Musik zu. Wie klug und zielstrebig er die Förderung dieser Bereiche verfolgte, zeigen beispielsweise Briefwechsel mit dem „großen Leibniz“, aus dem Karl’s Pläne zur Begründung einer Akademie der Wissenschaft mit Förderung der Geschichte und der deutschen Sprache sowie den Künsten gewidmet sein sollte.

Seine Muse sei die Musik gewesen, sei es passiv, dass er Werke anderer Künstler „nur“ lauschte, sei es, dass er selbst komponierte – wenn auch mit „gediegenen Kenntnissen“. Daher wirkten in seinem Umfeld bei Hofe neben Männern wie unter anderem der gelehrte Abt von Göttweih, die in der Wissenschaft angesehenen Benediktiner der Kongregation von St. Blasien im Schwarzwald, auch der Hofbibliothekar Gentilotti und andere. Selbst die Hofkapelle sei unter seiner Ägide neu aufgeblüht.

Unter Johann Bernhard Fischer von Erlach ließ Karl nach einem Pestjahr die Karlskirche in Wien erbauen und auch der Ausbau von Stift Klosterneuburg wurde von ihm maßgeblich initiiert und gefördert.

Seiner Regentschaft ist auch eine positive wirtschaftliche Entwicklung zuzuschreiben, denn durch ihn entstand zunehmend eine richtige Infrastruktur, in dieser Hinsicht wurden auch Handelskontakte in den Orient geknüpft. 

Karl VI. verstarb am 20. Oktober 1740.

Julia Nagel

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