Europäischer Karlspreis für Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein

 

 

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wird am Pfingstsamstag in Nürnberg ihren Europäischen Karlspreis, der nach Kaiser Karl IV., zugleich böhmischer und deutscher König, benannt ist, an den Fürsten Hans-Adam II. von Liechtenstein verleihen.

 

 

Foto: http://www.fuerstenhaus.li/de/fuerstenhaus/fuerstliche_familie/fuerst_h…

 

Der Sprecher und damit oberste politische Repräsentant der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, würdigte das liechtensteinische Staatsoberhaupt als „überzeugten und kritischen Europäer, der für die Völkerverständigung in Mitteleuropa wesentliche Impulse gesetzt hat“.

Ganz im Sinne seines Vaters, des verstorbenen Fürsten Franz Joseph II., der ebenfalls Träger der höchsten sudetendeutschen Auszeichnung war, und seines Taufpaten Papst Pius XII. habe sich der Monarch seit jeher gegen jeden übersteigerten Nationalismus und für eine bessere Integration der Europäer in einer übernationalen Gemeinschaft engagiert.

Dem studierten Volkswirt sei es nicht nur gelungen, sein Land rechtlich und wirtschaftlich fit für den globalen Wettbewerb im 21. Jahrhundert zu machen, sondern auch, in Büchern und Reden weithin beachtete Gedanken über die Rolle des Staates im dritten Jahrtausend nach Christus zu entwickeln.

Als Oberhaupt einer Familie, die jahrhundertelang in Böhmen, Mähren und Österr.-Schlesien ansässig war, führe er heute noch den Titel eines Herzogs von Troppau und Jägerndorf. Damit bekunde er eine tiefe Verbundenheit mit seinen tschechischen und sudetendeutschen Landsleuten sowohl in der Heimat seiner Ahnen als auch in der Vertreibung.

Die bedeutende Kunstsammlung des Fürstenhauses sei von ihm kenntnisreich ergänzt und sowohl in Wien als auch in Vaduz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden - ein wesentlicher Beitrag zur Bewahrung böhmisch-mährisch-schlesischen Kulturgutes.

Nach Jahren der Spannungen, die mit der Vertreibung und Enteignung auch liechtensteinischer Staatsbürger durch die Nachkriegs-Tschechoslowakei zusammenhingen, sei es Hans-Adam II. gelungen, den Verständigungsprozeß zwischen dem Fürstentum und der Tschechischen Republik durch Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte und Pflege der verbindenden historisch-kulturellen Wurzeln voranzutreiben.

Dem diene unter anderem eine tschechisch-liechten-steinische Historikerkommission, die bereits mehrere Bände vorgelegt habe, und eine vielbeachtete Vortragsreihe an verschiedenen tschechischen Universitäten.

Der 1945 geborene Hans-Adam II. ist verheiratet mit Fürstin Marie, einer ebenfalls aus Böhmen stammenden gebürtigen Gräfin Kinsky, und hat vier Kinder.

Der Tag, an dem er in Nürnberg den Karlspreis erhält, ist zugleich der 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV., der Prag und Nürnberg als seine Lieblingsstädte auf eine bis heute sichtbare Weise gestaltet und zu europäischen Zentren gemacht hat.

Unter den bisherigen Trägern des Karlspreises waren Erzherzog von Österreich Dr. Otto Habsburg, der ungarische Freiheitskämpfer gegen die kommunistische Diktatur József Kardinal Mindszenty, die bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Högner, Hans Ehard, Alfons Goppel, Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber, Günter Beckstein und Horst Seehofer,  herausragende sudetendeutsche Sozialdemokraten wie Wenzel Jaksch und Volkmar Gabert, die ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Julius Raab und Wolfgang Schüssel, Dr. Alois Mock, Landeshauptmann von OÖ Dr. Josef Pühringer, die Südtiroler Dr. Silvius Magnago, Dr. Luis Durnwalder, Prof. Dr. Christoph Pan, die österr. Völkerrechtler Dr. Theodor Veiter, Dr. Felix Ermacora, der deutsche Bundespräsident Karl Carstens, der slowakische Staatspräsident Rudolf Schuster, der tschechische Bischof Josef Koukl, der linke Mitbegründer der tschechischen Freiheitsbewegung Charta 77 Petr Uhl, der Auschwitz-Überlebende und Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau Max Mannheimer sowie der grüne Europapolitiker Milan Horáček.

 


Nürnberg/Vaduz: Preis für Landesfürst von Liechtenstein

19.03.2016

http://www.radio.li/de/news/artikel/nuernbergvaduz-der-landesfuerst-von-liechtenstein-erhaelt-den-europaeischen-karlspreis-der-sudeten/

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