Pilsen ist eine der zwei Europäischen Kulturhauptstädte 2015

Utl.: Die offizielle Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres ist am 17. Jänner

Im Jahr 2015 ist Pilsen, die westböhmische Metropole mit deutschen Wurzeln, Kulturhauptstadt Europas.

Historischer Bierkeller

http://www.prag-aktuell.cz/pilsen-europaeische-kulturhauptstadt-2015

Durch zahlreiche Veranstaltungen und Projekte soll europaweit auf die Stadt Pilsen (Plzen), ihre Geschichte und Kultur aufmerksam gemacht werden. Die wichtigsten Partner auf deutscher Seite sind dabei das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee und die Stadt Regensburg, die nicht nur Partnerstadt Pilsens, sondern auch Patenstadt für die Sudetendeutschen ist.

Das Rathaus von Bürgermeister Martin Zrzavecky ist ein Schmuckstück der Renaissance: „Die Stadt Pilsen hat seit der demokratischen Wende in den Neunzigerjahren gewaltige Fortschritte gemacht“, sagt Zrzavecky. „Früher war Pilsen eine graue Industriestadt. Heute sind wir eine moderne Stadt, die sich jeden Tag weiterentwickelt.“ Doch eines hat sich nicht verändert. Ein Bier ist bis heute untrennbar mit dem Namen der Stadt verbunden. Die Marke „Pilsener Urquell“ gehört zu den bekanntesten Bieren weltweit. Jährlich sprudeln mehr als vier Millionen Hektoliter in Flaschen und Fässer.

Neue Glocken in Pilsen

Pilsen wird 2015 für ein Jahr Kulturhauptstadt Europas. Das hat auch das Bistum Pilsen zu besonderen Taten angeregt. Man rief zu einer Spendenaktion auf, um das Geläut der Bartholomäus-Kirche zu ergänzen. Die Aktion war erfolgreich, so daß Bischof Radkovsky am 17. Nov. 2014 vier neue Glocken weihen konnte. Tags darauf wurden sie mit riesigen Kränen auf den Turm gehoben.

Wir wollen in die Geschichte zurückschauen wie sich Pilsen entwickelte:

Gründung erst nach 1288. 1341 wird das Recht der Altstadt Prag übernommen. Wie Ernst Schwarz nachweist, waren die Bürger der Gründungszeit, auch spätere Zuwanderer bis 1350 Deutsche; am Ende des 14. Jh. ändern sich die nationalen Verhältnisse in der Umgebung und Pilsen wird zur deutschen Sprachinsel. Karl der IV. verlieh reichlich Privilegien. Vorübergehend wendeten sich die Pilsener der hussitischen Lehre zu. 1468 wird eine Druckerei eingerichtet. Während der Pestjahre 1483, 1582 und 1600 war die Stadt Sitz des königlichen Hofes. Weil sie im Schmalkaldischen Krieg 1547 Ferdinand dem I. treu blieb, erhielt sie nach Prag die erste Stelle im Landtag. 1633/34 hatte Wallenstein sein Hauptquartier in Pilsen, wo er seinen Offizieren die schriftliche Treueerklärung abverlangte (Pilsener Revers). Mit der Eröffnung der böhmischen Westbahn kommt ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Die tschechische Nation dringt stetig vor. 1897 werden die Deutschen aus der Stadtverwaltung ausgeschaltet, bald auch aus der Bezirksvertretung.

1924 entsteht durch Eingemeindungen Groß Pilsen mit ca. 112000 Einwohnern, davon 6,4% Deutsche. In der Stadtvertretung von 1935 sind von 60 Mitgliedern nur noch 2 Deutsche.

Pilsen hat viele alte Gebäude, die gotische Dekanatskirche St. Barthlomäus mit einer Madonna des 14. Jh., das Franziskanerkloster (1297) mit der Barbarakapelle, die Nikolaus-Friedhofskirche, neben der Emil von Skoda, der tschechische Dichter J. K. Tyl und der erste Erzeuger des Karlsbader Becherbitters, Josef Becher, begraben sind. Das Rathaus (1558) hat schöne Sgraffitomalereien.

Pilsen hatte ein sehr gutes deutsches und tschechisches Schulwesen (höhere und Fachschulen), ein deutsches und ein tschechisches Theater und mehrere Museen.

Wirtschaftliche Schwerpunkte sind die Skoda-Werke, ggr. 1869 durch Emil von Skoda, die größten Rüstungsbetriebe der Monarchie, die (1937) 22000 Beschäftigte hatten, und die Brauereien, deren weltbekanntes Bier seinen Ruf dem bayerischen Braumeister Josef Groll verdankt.

War auch das Deutschtum zurückgedrängt worden, so blieb es ein erheblicher Faktor mit alter Tradition.

Emil Ritter von Skoda vor 175 Jahren geboren.

Der Firmeninhaber Skoda erblickte am 19. Nov. 1839 das Licht der Welt. 1869 erwarb er die Maschinenfabrik des Grafen Waldstein in Pilsen und machte aus ihr die größten Rüstungswerke der Monarchie. Es wurden Geschütze, Munition, Kraftanlagen, Fahrzeuge und Maschinen aller Art erzeugt. Seine Firma stand lange an der Spitze der technologischen Entwicklung. Skoda beherrschte die tschechische Sprache nur unvollkommen. Seinen Tod 1900 in Amstetten erwähnte die tschechische Presse mit keinem einzigen Wort. Nach des Gründers Tod wurden die Skodawerke in eine AG umgewandelt und 1946 verstaatlicht.

Die Familie des Firmengründers ist im Mannesstamm erloschen, da beide Enkel 1945 von den Tschechen ermordet wurden. Karl starb in einem Prager Gefängniss, Emil jr. im Kreisgefängnis Pilsen.

Völkermord verjährt nicht!

Die Berichte über Pilsen haben einen massiven Schönheitsfehler: Die wilde Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem 8. Mai 1945 wird mit keinem einzigen Wort erwähnt. So kann man die dunkle Vergangenheit unseres EU-Partnerstaates Tschechische Republik NICHT durchgehen lassen ! Denn dieses Nichtreagieren, schließlich wurden ja 3,5 Millionen Menschen brutal vertrieben, 240000 fanden den Tod, bestärkt, bis zum heutigen Tag, immer wieder Staaten, sich von unliebsamen Bürgern, zu entledigen !

Die Flüchtlingszahlen der letzten Wochen geben ein beredtes Zeugnis davon !

 

 

 

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