„An Hus scheiden sich die Geister.“

„An Hus scheiden sich die Geister.“ Mit diesem Zitat des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Masaryk leitete Professor Rudolf Grulich seine Ausführungen über Jan Hus und das Nachleben seines Wirkens ein. Im Rahmen seiner Tage der offenen Tür hatte das Institut für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien in Nidda am 31. Jänner zu seiner ersten Veranstaltung dieses Jahres im Haus Königstein zu Vortrag und Diskussion eingeladen.

wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Hus

Grulich ging von der Gegenwart und dem Todestag des böhmischen Reformators aus, der 1415 in Konstanz verbrannt worden war. Zwar gibt es heute in der Tschechischen Republik die Tschechoslowakische Hussitische Kirche, die sich auf Jan Hus beruft, aber sie ist erst 1920 entstanden. Julia Nagel skizzierte die Entstehungsgeschichte dieser jungen  Kirche, die sich 1920 Tschechoslowakische Kirche nannte und eine Nationalkirche war. Erst 1971 nahm sie den Namen „hussitisch“ an und heißt seitdem „Tschechoslowakische Hussitische Kirche“, auch nach dem Zerfall der Tschechoslowakei.

Inwieweit diese Kirche das Erbe von Hus verkörpert, zeigte Julia Nagel an den „Prager Artikeln“, unter denen vor allem die Forderung nach dem Laienkelch bedeutsam ist. Eine lebhafte Diskussion entspann sich über die Hussitischen Kriege, die nach dem Feuertod von Jan Hus Mitteleuropa überzogen. Wie sehr Hus heute noch aktuell ist, zeigt die Erinnerung an Konstanz auch bei den böhmischen Protestanten, denn die religiöse Zeitschrift der Böhmischen Brüderkirche heißt noch heute Der Konstanzer Funke. Grulich berichtete ferner über die internationale und ökumenische Hus-Kommission und die positiven Aussagen von Papst Johannes Paul II. über Hus bei seinen Reisen in Tschechien.

Ein Fazit der Veranstaltung war der Wunsch nach weiteren ökumenischen Themen, da für viele Deutsche Fakten und Geschehnisse in Tschechien immer noch „böhmische Dörfer“ seien. Dem abzuhelfen sind in Nidda weitere Tage der offenen Tür zu Themen wie „Die Evangelische Kirche“ und „Die Altkatholiken in Böhmen und Mähren“ im Feber und März vorgesehen.

 

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