Silbernes Komturkreuz in NÖ an Prof. Heinz Brandl verliehen

Großer Ehrenzeichenfestakt 3. März 2015, im Landtagssitzungssaal wurden eine Reihe von Persönlichkeiten durch LH Dr. Erwin Pröll geehrt.

Das Silberne Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienst um das BI NÖ wurde

Herrn em. o. Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. Dr. h.c. Heinz Brandl, ehem. Vorstand des Instituts für Grundbau und Bodenmechanik der TU Wien verliehen.

1. Reihe v.l.n.r. Dr. Manfred Frey, DI Prof. Dr. Heinz Brandl, Gattin von Prof. Dr. Brandl   *  2.Reihe v.l.n.r. Dkfm Hans-Günter Grech, Christa Gudrun Spinka, Reinhilde und Gerhard Zeihsel

Herr Prof. Dr. Brandl gilt international als einer der prägendsten Wissenschafter der Geotechnik, hat durch seine praxisorientierte Forschung mehrere Standardregeln für die Bauwirtschaft entwickelt, konnte als Vorsitzender zahlreicher Fachvereinigungen den globalen Wissensaustausch erfolgreich intensivieren und durch seine wertvolle Expertise bei mehreren niederösterreichischen Straßen- und Brückenbauprojekten zur problemlosen Umsetzung beitragen.

Geboren wurde Prof. Dr. Heinz Brandl am 26. September 1940 in Znaim/Südmähren.

Im Jahre 1946, im Alter von 6 Jahren, war Prof. Brandl mit seinen Eltern aus Südmähren nach Lienz gekommen. In den Baracken am Grafenanger, wo heute das Gymnasium steht, lag die erste Wohnstätte in seiner neuen Heimat. "Tür an Tür mit der Urenkelin von Feldmarschall Radetzky wohnten wir dort", erzählt der Professor. Als die Brandls in die Friedensiedlung umzogen, übernahm die Dame den Hund der Familie, weil der "Dackel mit Stammbaum" in der neuen Siedlung nicht erwünscht war. Über das Haustier blieb auch der Kontakt mit der Dame aufrecht.


Bis in die Neunzigerjahre pendelte Prof. Brandl regelmäßig nach Lienz, um seinen Vater zu besuchen, seit dessen Tod kommt er zumindest zu den Maturatreffen nach Osttirol. Das sind ihm bis heute wichtige Zusammenkünfte. Mit den Lienzer Maturakollegen verbinden ihn heute noch viele persönliche Freundschaften. "Wir sind wie eine Großfamilie, die Treffen empfinde ich immer sehr erfreulich und harmonisch", schildert Prof. Brandl. Und dass es ihn in der Pension wieder nach Osttirol zurückzieht, daraus macht der Wissenschafter mit Weltruf kein Geheimnis.


"You are world famous and everyone knows you" stand auf einer Einladung des Königs von Thailand an den Osttiroler zu lesen; mit der Stabilisierung des schiefen Turmes von Pisa werden seinen Namen nun auch mehr Österreicher außerhalb seines Fachgebietes kennen.

 

An der Technischen Universität in Wien studierte Prof. Brandl Bauingenieurwesen, sein Studium finanzierte es sich selbst, anfänglich als Hilfsarbeiter auf Baustellen. 1963 graduierte er zum Dipl.-Ing., 1966 promovierte er mit Auszeichnung zum Dr. techn., 5 Jahre später erfolgte die Habilitation für das Fachgebiet Grundbau und Bodenmechanik. Nach einem Intermezzo in der Privatwirtschaft im In- und Ausland, wo er seine wissenschaftlichen Erkenntnisse erfolgreich in die Praxis umsetzen konnte, wurde er 1977 als Ordinarius für Grundbau, Boden- und Felsmechanik an die Technische Universität Graz berufen, übrigens als weltweit jüngster Ordinarius auf diesem Fachgebiet. 1980 kehrte er an die TU Wien zurück, wo er nach wie vor dem Institut dieser Fachrichtung vorsteht.


In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit kann Prof. Brandl auf 330 fachlich weit gefächerte Publikationen verweisen, die in 14 Sprachen erschienen; er schrieb 16 Bücher.
Die zahlreichen internationalen Ehrungen für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen gipfelten im vorigen Jahr in der Aufnahme in den Kreis der 2000 verdientesten Wissenschafter des 20. Jahrhunderts durch das International Biographical Centre von Cambridge. Als einziger Wissenschafter des deutschen Sprachraums ist Prof. Brandl Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgiens (persönlich ernannt von König Baudouin). 1997 übernahm er die Europa-Präsidentschaft der renommierten "International Society for Soil Mechanics and Geotechnical Engineering", die 20 000 Vollmitglieder in 82 Staaten umfasst.

Jetzt kann der Turm von Pisa nicht mehr umstürzen - dank einer Methode des Südmährers Prof. Heinz Brandl.

Bereits 1991 hatte Prof. Heinz Brandl das nunmehrige Erfolgskonzept zur Rettung des Turmes von Pisa anläßlich einer internationalen Konferenz in Florenz empfohlen. Nachdem alle bisherigen Versuche fehlgeschlagen waren, griff die Kommission vor drei Jahren auf die von ihm vorgeschlagene Methode zurück. Auch im Namen der Italienischen Regierung wurde Prof. Brandl nach Pisa eingeladen, wo er Kritikern dieser unkonventionellen Sanierungsmaßnahme öffentlich entgegen trat.


"Der Erfolg hat viele Väter" erläutert Prof. Brandl in der, großen Persönlichkeiten eigenen, Bescheidenheit. Zweifelsohne stammt aber die letztlich entscheidende Idee zur Stabilisierung des Turmes von ihm: Nicht auf der geneigten Seite, sondern auf der gesunden wurde das Bauwerk behandelt.


Dort wurde mit größter Vorsicht Material unter dem Fundament herausgebohrt, die entstandenen Hohlräume bewirkten eine Zusammendrückung des weichen Bodens und somit eine teilweise Rückdrehung des schiefen Turmes. Zur Sicherung während der Bauarbeiten wurde der Campanile mit Stahlseilen verhängt; die "Hosenträger", wie sie die Italiener scherzhaft bezeichneten, konnten wieder abgeschnallt werden.

Natürlich sei diese Arbeit aufgrund der Berühmtheit des Objektes spektakulär gewesen, meint der Professor.

Einige seiner südmährischen Landsleute feierten mit dem Jubilar in St. Pölten.

 

Bereich

Neuen Kommentar hinzufügen

Filtered HTML

  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
  • Erlaubte HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer