VLÖ-Vertreter beschließen „Pilsener Resolution – Versöhnung braucht Wahrheit“ (Teil 2)

„Mit der Auswahl der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Pilsen als Tagungsort wollten wir als VLÖ-Vertreter natürlich auch ein entsprechendes Zeichen setzen und im Zuge unserer Diskussionen ebenfalls verschiedene offene Fragen thematisieren, die speziell auf politischer Ebene entsprechender Lösungen bedürfen.

So haben wir uns dazu entschlossen, im Rahmen unserer Tagung die sogenannte Pilsener Resolution  auszuarbeiten und zu beschließen. Wir wollen uns damit, verbunden mit dem Vorschlag, einen entsprechenden Versöhnungsfonds einzurichten, an Politiker auf bi- und trilateraler Ebene wenden und möchten getreu dem Untertitel der Resolution, Versöhnung braucht Wahrheit, auf konstruktiver Ebene an zukunftsträchtigen und nachhaltigen Lösungen mitarbeiten“, so VLÖ-Präsident Dipl.-Ing. Rudolf Reimann gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen.

Im Gedenken an die zahlreichen sudetendeutschen Opfer im Pilsener „Bory-Gefängnis“ legten die Tagungsteilnehmer am Pilsener Zentralfriedhof abschließend einen Kranz beim dortigen Denkmal nieder.

 

Pilsener Resolution

„Versöhnung braucht Wahrheit“

Präambel

Deutschlands Nachkriegscredo war und ist es, dass es die deutschen Heimatvertriebenen mit dem Zweiten Weltkrieg ins größte Unglück gestürzt hat und daher für alle Zukunft diese Volksgruppen im In- und Ausland, in der neuen und alten Heimat, besonders unterstützt.

Das Erbe der Erlebnisgeneration ist es, dass „steinerne Zeugen“ in der alten Heimat und Archive, Bibliotheken und Museen in der neuen Heimat Zeugnis über die auch deutsche Geschichte in Ostmittel- und Südosteuropa für die Zukunft und die nächsten Generationen dokumentieren.

Für die heute in den neubesiedelten Gebieten Lebenden ist das genauso notwendig, wie für die Nachkommen der Heimatvertriebenen. Jeder soll sich seiner Geschichte und seiner Herkunft bewusst sein und in diesem Bewusstsein seiner Heimat auch leben.

Daher wollen wir für Österreich, Tschechien und die Slowakei einen gemeinsamen Weg der Zukunft finden und bitten die drei Länder, einen Versöhnungsfonds einzurichten.

Schaffung eines österreichischen, tschechischen und slowakischen Versöhnungsfonds

Dotiert von den Republiken Österreich, Tschechien und der Slowakei mit einem symbolischen Betrag von € 100 für jeden in Österreich sesshaft gewordenen vertriebenen Sudeten- und Karpatendeutschen.

Aufgaben

Ermöglichung tatsächlicher Versöhnungsarbeit (Neugestaltung diverser Gedenkveranstaltungen wie beispielsweise das Sudetendeutsche Märzgedenken in bi- oder trilateraler Ausformung; Pflege und Erhalt der unzähligen Kleindenkmäler im Grenzraum; Erhalt der noch vorhandenen steinernen Zeugnisse deutscher Siedlungsgeschichte im Sudetenland; projektbezogene Förderung der deutschen Volksgruppe in Tschechien und in der Slowakei; Dialogforen mit Schülern, Studenten und Interessierten; wissenschaftlich-universitäre Betrachtung der Ereignisse der Vertreibung; u.a.m.)

Gremienzusammenstellung

Präsidium: Drei Präsidenten (abwechselnd gestellt von Vertretern der deutschen Volksgruppen in Tschechien und in der Slowakei und dem VLÖ sowie je einem Vertreter der Republiken Österreich, Tschechien und der Slowakei)

Wissenschaftlicher Beirat: je zwei Historiker der dotierenden Republiken

Die stimmberechtigten Teilnehmer des 15. VLÖ-Volksgruppensymposiums beschließen daher diese Resolution und wenden sich damit an die jeweiligen politischen Vertreter der Republiken Österreich, Tschechien und der Slowakei.

Pilsen, 3. Oktober 2015

 

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